Fraunhofer ISI und CAS-IPM Joint Summer School 2010

Die 3. Fraunhofer ISI – CAS Joint Summer School fand im Rahmen des „Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010“ vom 14.-18. Juni 2010 in Beijing statt. Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und das Institute of Policy and Management (IPM) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften haben erneut eine Auswahl ihrer Doktoranden in einer Summer School unter dem Motto „Innovation Policy and Sustainable Development“ gemeinsam unterrichtet.

Nachdem die 2. Summer School die chinesischen Doktoranden zum ersten Mal nach Deutschland gebracht hatte, kamen für die 3. Summer School 5 deutsche Doktoranden zum ersten Mal nach China. Insgesamt haben rund 15 Doktoranden aktiv an der Summer School teilgenommen. Die Vorlesungen der 4 deutschen und 3 chinesischen Professoren standen jedoch auch einem größeren Kreis an Zuhörern aus dem IPM offen, was von den Mitarbeitern auch rege genutzt wurde.

Wissenschaftliche Spitzenleistungen und auch industrielle Spitzenforschung sind heute nicht mehr mit einer rein nationalen Perspektive zu erreichen. Dies zeigt sich in einer massiven Internationalisierung sowohl in der Wissenschaft wie auch in der Wirtschaft in den letzten 10 Jahren. Die Komplexität wissenschaftlicher Fragestellungen und technologischer Herausforderungen erfordern ein hohes Maß an Expertise und Spezialwissen, das häufig nicht im eigenen Land gefunden werden kann. Deshalb lag ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Summer School auf dem Thema „Internationalization of Science and Technology Policy“. Dieses Thema wurde sowohl aus der deutschen Perspektive, insbesondere die Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung, als auch aus der chinesischen Perspektive in Vorlesungen dargestellt. Zur Vorbereitung der Summer School hatten die Doktoranden diverse wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema gelesen, die dann in einer gemeinsamen, strukturierten Diskussionsrunde besprochen wurden.

Die Summer School fand in einer ausgewogenen Mischung aus Vorlesungen und Präsentationen bzw. Diskussionen der Doktor-Studierenden statt. ISI und IPM haben die Erfahrungen der vergangenen Summer Schools aufgenommen und dabei besonderen Wert auf die aktive Beteiligung der Doktoranden gelegt.

Daneben kam auch das kulturelle Programm nicht zu kurz, Highlights waren der Besuch der chinesischen Mauer, des Kaiserpalasts aber auch ein gemeinsames Basketballspiel, das sich spontan nach einem gemeinsamen Abendessen unter den Doktoranden ergeben hat.

Die Mehrheit der chinesischen Doktoranden hatte bereits an allen drei Summer Schools teilgenommen und den Lektoren ist vor allem ihre zunehmende Offenheit aufgefallen. Die Summer School bietet den Doktoranden offensichtlich die Möglichkeit, in einem geschützten Raum gegenseitiges Kennenlernen und den Aufbau von Vertrauen zu realisieren, das über die Zeit deutlich positive Entwicklungen zeigt. In der 3. Summer School wurde so aktiv diskutiert, wie in keiner anderen Summer School zuvor. Auch in den Pausen hatten sich alle Barrieren abgebaut und es gab viele Gespräche und Diskussionen zwischen den deutschen und chinesischen Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Damit ging der Lerneffekt dieser Summer School weit über das fachliche Lernen hinaus und die Summer School hat Ihren Zweck eines persönlichen Austauschs in vollem Umfang erfüllt.

Im Herbst 2010 werden 2 chinesische Doktoranden des IPM, die an den Summer Schools teilgenommen haben, im Rahmen eines CAS-FhG-Programms für 1 Jahr im Fraunhofer ISI arbeiten. Die Initiative zur Bewerbung an dem Programm war für die beiden chinesischen Doktoranden eine direkte Konsequenz der zweiten Summer School und auch die dritte Summer School hat zumindest weiteres Interesse zur Kooperation mit Deutschland geweckt. Ein deutscher Doktorand wird umgekehrt im September 2010 für 4 Wochen das IPM in Beijing besuchen und eine Unterstützung für seine Interviews im Rahmen seiner Promotion bekommen. Dies zeigt, dass die Bedeutung und Tragweite der Summer Schools deutlich über die eine Woche der Veranstaltung selbst hinaus geht und einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau wissenschaftlicher Beziehungen zwischen deutschen und chinesischen Partnern beiträgt.

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Rainer Frietsch

Fraunhofer ISI
Rainer.Frietsch

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