Warum China? - „Große China-Tage“ an der Uni Hamburg

Studenten, Alumni, Wissenschaftler und Dozenten fast aller Fachbereiche, Vertreter von Forschungs- und Mittlerorganisationen sowie aus Politik und Wirtschaft – sie alle trafen auf den „Großen China-Tagen“ an der Universität Hamburg zusammen. Vom 25. bis 26. Juni 2010 befassten sie sich mit der spannenden Frage: Warum China?

Foto: DAAD

Mit ihrem umfassenden Programm waren die Großen China-Tage in Hamburg, die vom DAAD in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg und dem dortigen Konfuzius-Institut veranstaltet wurden, nicht nur ein Höhepunkt der China-Wochen an deutschen Hochschulen, sondern auch ein gelungener Abschluss des China-Jahres in Deutschland. Zwei Tage lang hatten rund 300 Teilnehmer Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten über alle erdenklichen Aspekte rund um Studium und Forschung in und mit China auszutauschen. Neben der rein informativen Ebene bot das Treffen die Chance, Kontakte zu knüpfen, Vergangenes zu reflektieren und neue Sichtweisen zu gewinnen.

Praxisberichte aus erster Hand

Eigens dafür hatten die Veranstalter 15 Informations- und Arbeitsforen zu spezifischen Themen gebildet, sei es zu Lehre, Forschung, Berufsperspektiven oder Alumni-Netzwerken, zu China-, Rechts-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften oder zu Architektur, Design, Medizin oder Biotechnologie. Dort konnten sich die Besucher gezielt und praxisnah über deutsch-chinesische Kooperationen informieren und zwar aus erster Hand, von Wissenschaftlern, Dozenten oder Alumni, die vorort in China gelehrt oder studiert haben.
So berichteten beim Architektur- oder Ingenieurs-Panel Alumni von ihren Erfahrungen, etwa darüber, wie deutsch-chinesische Projekte in der Praxis aussehen, wo die Unterschiede liegen oder wie hervorragend die finanzielle und technische Ausstattung chinesischer Elite-Unis ist. Das Thema interkulturelle Hürden und wie man sie überwindet kam dabei nicht zu kurz. Gerade diejenigen, die noch nicht mit China zu tun hatten, konnten erfahren, worauf es im Umgang mit chinesischen Partnern ankommt: Freundlichkeit, Geduld, Flexibilität und Offenheit – alles Eigenschaften, mit denen man auch auf dem Arbeitsmarkt punkten kann. Die chinesische Sprache, so die gängige Meinung von Nicht-Sinologen, müsse man nicht unbedingt richtig beherrschen, da auf Fachebene auf Englisch kommuniziert würde, dennoch seien Grundkenntnisse hilfreich. Einen Schnupperkurs Chinesisch gab es im Rahmen der Großen China-Tage natürlich auch.

Film-Forum mit Gewinnerfilmen der Chinawochen

Besonders gut besucht war das „Film-Forum“: Dort wurden die besten Filme des Filmwettbewerbs zum Deutsch-Chinesischen Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010, die Kurzfilme „Fremde Heimat“, „Chinese Disco“ und „Ich komme aus China“ nicht nur vorgeführt, sondern auch von den Filmmachern kommentiert. Auch hier zeigte sich, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann, wie sie durch den eigenen Kulturkreis, durch persönliche Erfahrungen geprägt wird.

Die unterschiedlichen Facetten rund um das Thema China-Kooperationen setzten sich bei der Abschlussdiskussion mit Akteuren deutsch-chinesischer Hochschulkooperationen – sprich Wissenschaftler, Vertreter des DAAD, der Hochschulrektorenkonferenz sowie von der Max Planck Gesellschaft und der Humboldt-Stiftung– zu einem Bild zusammen. Ganz gleich, aus welchen Perspektiven die deutsch-chinesische Zusammenarbeit beleuchtet wurde, über eines waren sich alle einig – ein Studien- und Forschungsaufenthalt in China bringt wertvolle Erfahrungen, bereichert in fachlicher wie auch in persönlicher Hinsicht.
Die „Großen China-Tage an der Universität Hamburg“ zum Abschluss des „Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010“ waren eine Initiative  des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und wurden im Rahmen der Go-out-Kampagne vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.