Artikelserie zu den China-Wochen: Die Kooperativen: Hochschulkonsortien aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Nichts geht mehr ohne persönliche Beziehungen, auch nicht in China. Dass diese Beziehungen nicht mehr nur einzelne Personen, Institute oder Hochschulen verbinden, zeigten bei den China-Wochen zwei Hochschulkonsortien aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Dass aus persönlichen Kontakten einzelner Wissenschaftler einmal ein Netzwerk entsteht, das Forscher, Dozenten oder Studenten über Instituts- oder Hochschulgrenzen hinweg verbindet, hätte vor zwanzig Jahren kaum jemand zu hoffen gewagt. Und siehe da, es geht: Für die China-Wochen haben sich mehrere Hochschulen zusammengetan, um mit gebündelten Kräften die Zusammenarbeit mit den Partnerhochschulen zu vertiefen, den Austausch von Studierenden und Dozenten zu fördern sowie multilaterale Beziehungen zu initiieren.

Chinesische Partner zu Gast in Rheinland-Pfalz

Koordiniert von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz richteten acht Hochschulen aus Mainz, Koblenz, Trier, Kaiserslautern, Bingen und Worms gemeinsam die China-Wochen aus, wobei jeder Standort auch ein eigenes Programm zu bieten hatte (siehe Rubrik  „Beteiligte Hochschulen“. Das Besondere: Vom 3. bis 8. Mai 2010 lud das Konsortium rheinland-pfälzischer Hochschulen seine „Kollegen“, die an den „International Offices" der chinesischen Partnerhochschulen arbeiten, zu den China-Wochen nach Rheinland-Pfalz ein, darunter Vertreter der Beijing University, Nanchang University, Jiangsu University, Fuzhou University, des Dianji University College Shanghai, der Wuhan University, Xiamen University, Wuhan Technical University, Qingdao University und der CDHAW (Chinesisch-Deutsche Hochschule für angewandte Wissenschaften der Tongji Universität), Shanghai. Nach einer Auftaktveranstaltung in Mainz lernte die Delegation vor Ort die Partnerhochschulen, ihre Kollegen und auch die Ergebnisse ihrer Arbeit kennen. Wie entstehen und wachsen Kooperationen, wie sehen sie in der Praxis aus, welche interkulturellen Unterschiede gilt es zu beachten und welche weiteren Optionen bieten sich an? Dies und mehr wurde während der ereignisreichen China-Wochen thematisiert, diskutiert und hautnah erlebt. „Die China-Wochen sind gut angekommen. Über die Besuche an mehreren Standorten konnten unsere chinesischen Partner sich nicht nur informieren und persönliche Kontakte knüpfen, sondern darüber hinaus einen guten Überblick über die unterschiedlichen Hochschultypen gewinnen. Bei all dem blieb viel Zeit für persönliche Gespräche zwischen Wissenschaftlern und Studenten. Ich gehe davon aus, dass sich über die vielfältigen Vernetzungen neue Kooperationen entwickeln.“, so das erste Fazit von Rainer Henkel-von Klaß, Abteilung Internationales, Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „Mir persönlich schwebt für  unsere Exzellenzinitiative, die Graduiertenschule „Materials Science in Mainz (MAINZ)“, eine gemeinsame Summer-/Winterschool mit der Beijing  Universität vor“, so von Klaß weiter. Details zu den China-Wochen finden Sie in der Pressemeldung der Uni Mainz: http://www.uni-mainz.de/presse/36682.php

China- NRW Netzwerk

Auch die Hochschulen des „China-NRW Netzwerks“, einer offenen und von Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen getragenen Initiative zur Vernetzung von China-Aktivitäten in Wissenschaft und Praxis, veranstalteten vom 17.-24. Mai 2010 eine China-Woche. Der gemeinsame Nenner der vier teilnehmenden Hochschulen (Dortmund, Wuppertal, Münster und Köln) war die Veranstaltungsreihe „Das Chinabild in den deutschen Medien“, ein Thema, das alle China-Interessierten tangiert. Dabei schilderten etwa der in Köln lebende Journalist Shi Ming und die Pekinger Professorin Meng Hong, die an der Renmin-Universität in Beijing Deutschlandstudien lehrt, ihre Sichtweisen zum deutschen Chinabild. „Oft werden die Ängste und Erwartungen von Lesern oder Zuschauern schlicht von den Medien bedient, um je nach Bedarf informative und analytische Selektion vorzunehmen. Hierin liegt die Gefahr, die Leser eher unterhalten zu wollen, anstatt die eigene Urteilsbildung anzuregen“, so eine These Shi Mings. Auch die anschließenden Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen drehten sich neben praxisnahen Informationen zu China-Kooperationen verstärkt um interkulturelle Themen. „Man sollte eine offene Haltung gegenüber China einnehmen, so viele Informationen wie möglich sammeln, sich sein eigenes China-Bild machen und damit „Chinability“ beweisen , sagt Dr. Susanne Preuschoff vom Akademischen Auslandsamt der Universität zu Köln. Und: „Die China-Wochen boten dafür reichlich Gelegenheit, eine tolle Veranstaltung!“

Details zu den China-Wochen der Konsortien finden Sie in der Rubrik Beteiligte Hochschulen oder im Veranstaltungskalender.