Deutsch-chinesisches Labor erforscht neuartigen Knochenersatz

Am 23. Februar 2010 besiegeln die Johannes Gutenberg-Universität und ihre Universitätsmedizin sowie das National Research Center for Geoanalysis der Chinese Academy of Geological Sciences und die Tsinghua University in Mainz ihre Zusammenarbeit in der Erforschung von neuartigem Knochersatz.

Der Festakt ist Teil des Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010. Unter dem Titel „Bio-Nano-Komposite: Biologische Bildung von Metalloxiden durch Tiefsee-Organismen und Anwendung als Nanokomposit-Materialien in der Chirurgie/Orthopädie“ wird das „Joint Lab“, das Know-how der deutschen und chinesischen Partner bündeln und ihre Spitzenstellung dauerhaft stärken. Entwickelt werden neuartige, auf biomimetischen und nano(bio)technologischen Prinzipien basierende Materialien für den Knochenersatz. Als Vorbild dient hierbei unter anderem die Biosynthese des Silica-Skeletts der Tiefsee-Glasschwämme, die mit ihren bis zu drei Metern langen Pfahlnadeln die größten biogenen Silica-Strukturen auf der Erde bilden.

China hat in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung bei der Entwicklung neuer Schlüsseltechnologien erlangt und sich zu einer treibenden Kraft innerhalb des asiatisch-pazifischen Forschungsraums entwickelt. Um die Zusammenarbeit mit Forschern aus dieser Region zu fördern, hat das BMBF das Programm „Konzeptions- und Vorbereitungsmaßnahmen deutscher Hochschulen zur Etablierung gemeinsamer Forschungsstrukturen mit Partnern im asiatisch-pazifischen Forschungsraum“ entwickelt, welches ausgewählte Projekte, wie das „Joint Lab“ unterstützt. Partner auf chinesischer Seite sind Prof. Dr. Xiaohong Wang vom renommierten National Research Center for Geoanalysis, Chinese Academy of Geological Sciences in Beijing sowie Prof. Dr. F.Z. Cui und seine Kollegin Frau Prof. Dr. Q. Feng von der Tsinghua University. In Deutschland beteiligten sich Prof. Dr. Werner E.G. Müller als deutscher Koordinator des „Joint Lab“ sowie Prof. Dr. Dr. H.C. Schröder. Prof. Müller ist auch Koordinator des vom BMBF geförderten Deutschen Exzellenzzentrums für Marine Biotechnologie („BiotecMARIN“), dessen Ziel die Verwertung innovativer mariner Produkte ist. Hier haben sich innerhalb der letzten Jahre neuartige Anwendungen insbesondere auf dem Gebiet der Nanotechnologie und Nanomedizin herauskristallisiert.

Hotlines

  • Prof. Dr. Ulrich Förstermann

    • Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
    • E-Mail-Adresse: Wissenschaftlicher.Vorstand@um-mainz.de