Workshop und Exkursion zu gemeinsamen Strategien im Umgang mit dem steigenden Meeresspiegel

Am 4. Oktober 2009 reiste eine deutsche Delegation der Technischen Universität Darmstadt nach Nanjing, um an einem Workshop teilzunehmen, der am 5. und 6. Oktober an der Hohai Universität stattfand. Im Rahmen dessen fand eine Exkursion zu verschiedenen Hafen- und Stauanlagen in China statt. Dies alles war eine von vielen Veranstaltungen innerhalb des Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010.

Foto: TU Darmstadt

Prof. Zheng Jinhai, Dekan des Ocean College, eröffnete die Veranstaltung mit dem Titel „Gemeinsame Strategien im Umgang mit dem steigenden Meeresspiegel“. Deutsche wie chinesische Redner hielten Vorträge zu Küstenschutz, Seegangsvorhersage, Deichsicherheit und dem Einsatz von numerischen Modellen im Küsteningenieurwesen. Im Anschluss wurden die Vorträge diskutiert und gemeinsame Problemstellungen und mögliche Forschungsvorhaben erarbeitet.
Die Anpassung des Küstenschutzes an den steigenden Meeresspiegel wird zukünftig unumgänglich sein. Hierbei sind Fragestellungen wie der quantitative Anstieg der Meeresspiegel oder der Einfluss größerer Wassertiefen auf die Wellenbeanspruchung der Küstenschutzbauwerke zu untersuchen.
Nach der theoretischen Erläuterung gemeinsamer Probleme erfolgte eine technische Exkursion zu verschiedenen betroffenen wasserbaulichen Projekten in China. Die Reiseroute verlief zunächst von Nanjing nach Suzhou, einer ca. 6-Millionen-Einwohner-Stadt nordwestlich Pekings. Dort wurde der Große Kanal in einer Präsentation von Dr. Jiang, dem Chef der Xukou Hydro-Junction Administration, vorgestellt und später zusammen mit einer Schleusenanlage besichtigt. Die Probleme der Unterhaltung des Bauwerkes wurden vor Ort gemeinsam diskutiert.
Von Suzhou ging es weiter nach Shanghai, wo zunächst der Yangshan Port, das derzeit wohl größte Hafenbauprojekt der Welt, besichtigt wurde. Zunächst wurden der Hafen und die noch anstehenden Baumaßnahmen im Besucherzentrum an einem Modell sowie in einer Präsentation erläutert, danach folgte die eigentliche Besichtigung des Objekts.
Am nächsten Tag wurde das Yangtse Deepwater Channel Regulation Project auf einem Schiff besichtigt. Das mit 1,7 Mrd. US-Dollar veranschlagte Projekt hat die Vertiefung der Fahrrinne in der Yangtsemündung als Ziel. Bei Erreichen der Leitwerke konnten die bereits fertig gestellten Teile vom Schiff aus besichtigt werden.
Es folgte die Besichtigung des Drei-Schluchten-Staudamms, der nach Fertigstellung mit 23 Gigawatt installierter Leistung der größte seiner Art sein wird, sowie des Gezhouba-Damms.
Nach der abschließenden Besichtigung verschiedener Versuchseinrichtungen an der Hohai Universität waren sich alle Teilnehmer über den Erfolg von Workshop und Exkursion einig, die es ermöglichten, nicht nur Theorie und Praxis, sondern auch beide Kulturen zu verknüpfen.

Ansprechpartner

  • Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich C. E. Zanke

    • Technische Universität Darmstadt, Institut für Wasserbau
    • Rundeturmstraße 1
    • 64283 Darmstadt
    • Telefonnummer: +49 6151 164067
    • E-Mail-Adresse: wabau@wb.tu-darmstadt.de