Deutsch-Chinesische Workshop-Serie:EU-China-Kooperation zur Lösung globaler Herausforderungen

Im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010 fanden im September und November 2009 in Beijing und Berlin Veranstaltungen zu den globalen Themen Klimawandel und nukleare Nichtverbreitung statt. Als zentrale globale Herausforderungen sind die Themenbereiche Klimawandel und nukleare Nichtverbreitung sehr hoch auf der außenpolitischen Prioritätenliste der EU und Chinas angesiedelt. Internationale Zusammenarbeit gestaltet sich bisher in beiden Bereichen schwierig, multilaterale Kooperation läuft oft nur schleppend.

Foto: GPPI

Die institutionalisierten Kontakte und Kooperationsmechanismen zwischen EU und China haben ein besonderes Potential, zur globalen Problemlösung beizutragen. Ziel der Workshopserie war es, zum besseren Verständnis der jeweiligen Interessen und Positionen mit Blick auf diese Herausforderungen beizutragen und konkrete Handlungsweisungen für eine verstärkte bilaterale Zusammenarbeit in diesen Kernbereichen zu erarbeiten.
Hierzu hat die Workshopserie ausgewählte Experten des Global Public Policy Institutes (GPPI, Berlin), der Fakultät für Internationale Beziehungen (Beijing Universität), der China Foreign Affairs University (Beijing) sowie des Instituts für Internationale Studien (Shanghai) für die Expertenworkshops zusammengebracht. Aus diesen ersten Workshops hat sich unterdessen eine feste Forschungszusammenarbeit entwickelt. In den beiden Workshop-Sitzungen haben sich die Teilnehmer intensiv mit den für die jeweilige Politikgestaltung ausschlaggebenden Interessen, Positionen und Akteuren beider Seiten auseinandergesetzt. 
Eine Woche vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen und sechs Monate vor der Überprüfungskonferenz des nuklearen Nichtverbreitungsvertrages in New York haben die Teilnehmer dabei Ihre Analysen direkt mit Vertretern der jeweils zuständigen deutschen Ministerien diskutieren können.
Um die Erkenntnisse der Workshops einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, beinhalteten beide Sitzungen öffentliche Diskussionsveranstaltungen, an denen eine weitgestreute Zielgruppe von Regierungsvertretern, Diplomaten, Experten und Studenten teilgenommen hat.
Für die Diskussionsveranstaltung in Beijing haben Thorsten Benner (GPPI Associate Director) und Jia Qingguo (School of International Studies, Beijing Universität) als Hauptredner eine Agenda für Chinas und Europas Rolle in einer multipolaren Welt aufgezeichnet. Beide Redner betonten dabei, dass die EU und China ihre bilateralen Dialoge in Kernbereichen wie nuklearer Nichtverbreitung und Klimawandel intensivieren und ihre Kooperation in multilateralen Foren erhöhen sollten.
Die Redner der Diskussionsveranstaltung in Berlin, Prof. Han Hua (Direktorin des Zentrums für Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, Beijing Universität) und Prof. Zhang Haibin (Direktor des Zentrums für Internationale Organisationen, Beijing Universität), analysierten dabei die enorme Entwicklung Chinas Außenpolitik in diesen Bereichen über die letzten Jahrzehnte und stellten fest, dass China allmählich auch bereit sei, mehr internationale Verantwortung in diesen Bereichen zu übernehmen.

Ansprechpartner

  • Herr Dr. Wolfgang Reinicke

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