Deutsch-Chinesisches Bildungsforum 2009

„Wissen, das sich nicht täglich vermehrt, nimmt ab.“ Mit diesem chinesischen Sprichwort begrüßte die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Hamburg und Senatorin der Behörde für Schule und Berufsbildung Christa Goetsch die rund 130 Teilnehmer des 4. Deutsch-Chinesischen Bildungsforums in Hamburg, welches im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010 veranstaltet wurde. In ihrer Grußbotschaft betonte sie die Wichtigkeit der Kooperation im Bildungsbereich für beide Seiten.

Foto: BMBF


Die Generalkonsulin der Volksrepublik China in Hamburg, Frau Chen Hongmei, hob die besondere Bedeutung der Bildung für die weitere positive Entwicklung Chinas hervor und betonte die traditionell sehr gute Zusammenarbeit mit Deutschland in diesem Bereich. Die Regierung Chinas messe dem Thema eine große Bedeutung bei und erachte das Deutsch-Chinesische Jahr als sehr wichtig. Das 4. gemeinsame Bildungsforum betrachte Frau Chen als ein Highlight des gemeinsamen Wissenschafts- und Bildungsjahres. Das Forum könne ihrer Meinung nach dazu beitragen, künftig neue Wege der Kooperation einzuschlagen und zu vertiefen.
Als Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung begrüßte Herr Dr. Carsten Diehl, stellvertretender Referatsleiter für internationale Bildungskooperation, die Teilnehmer des Forums, betonte die lange Tradition der deutsch-chinesischen Bildungskooperationen und verdeutlichte am Beispiel des Veranstaltungskalenders des Deutsch-Chinesischen Jahres die Themenvielfalt  – von den aktuellsten Erkenntnissen der Archäologie in den Regionen der Großen Seidenstraße bis hin zu neuesten Ergebnissen chinesisch-deutscher Forschungsteams im Bereich der Physik. Beim Thema Aus- und Weiterbildung sprach er von Deutschlands führender Rolle als Exportland, die unter anderem auf exzellenten Bildungs- und Ausbildungsleistungen basiere. China gebühre in diesem Prozess eine besondere Rolle als Partner, der nach neuen zeitgemäßen Wegen in der beruflichen Bildung suche. Gerade im Hinblick auf neue volkswirtschaftliche und rein betriebliche Herausforderungen gewinne dieses Thema zusätzlich an Aktualität. Dazu gehörten solche Aspekte wie die Wichtigkeit des Betriebes als Lernort sowie flexible, maßgeschneiderte Lösungen vor allem in der Erwachsenbildung. Einen ausführlichen Überblick über die deutsch-chinesischen Kooperationen im Unternehmen vermittelte Herr Dr. Mei Weiping, Leiter der China-Koordination für Forschung und Entwicklung der Beiersdorf AG. Er betrachte die Themen des 4. Bildungsforums als relevant für die heutige Entwicklung. Das zentrale Thema eines jeden Unternehmens sei die Personalentwicklung. Dr. Mei ging in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien ein.
Demografisch gesehen sei China einer der größten und somit der wichtigsten Absatzmärkte der Welt. Traditionell groß seien die Investitionen durch ausländisches Kapital in China. Chinas Ausgaben für Bildung und Forschung wären gerade in den letzten Jahren rapide gestiegen. Trotz dieser positiven Entwicklung gäbe es eine ganze Reihe von Problemstellungen, unter anderem die hohe Fluktuationsrate, die bei chinesischen Unternehmen zu beobachten sei. Als möglichen Lösungsweg schlug er vor, nach potentiellen Gründen der ausgeprägten Wechselbereitschaft qualifizierter Arbeitskräfte in China zu suchen. Die Konferenz, die zum zweiten Mal von der KWB in Kooperation mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Hamburg ausgerichtet wurde, bot im Anschluss sieben Workshops zu verschiedenen Themen aus den Bereichen vorschulische, schulische, hochschulische sowie berufliche Aus- und Weiterbildung an. Zum Abschluss des Bildungsforums kamen Veranstalter, Referenten und Gäste auf der Dachterrasse des Hauses der Wirtschaft zu Gesprächen zusammen, um einander kennen zu lernen, Erfahrungen aus zu tauschen und Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren. Durch das persönliche Feedback der Teilnehmer wurde deutlich, wie wichtig die enge Partnerschaft zwischen China und Deutschland – vor allem im Bildungsbereich - in Zukunft sein wird. Alle Beteiligten begrüßen es, dass das 5. Bildungsforum ebenfalls im Rahmen des Deutsch-Chinesisches Jahres der Wissenschaft und Bildung 2010 in Shanghai stattfinden wird.


 

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