Wissenschaft als Brücke zwischen Deutschland und China: Minister reisen durch Süddeutschland und besuchen 59. Nobelpreisträgertreffen

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat zusammen mit dem chinesischen Forschungsminister Wan Gang am 28. Juni 2009 an der Eröffnungszeremonie des 59. Nobelpreisträgertreffens in Lindau teilgenommen. Die Minister reisten zuvor zusammen mit ausgewählten chinesischen Doktoranden nach Freiburg und Überlingen.

Austausch in einer der schönsten Regionen Deutschlands

Minister Wan Gang und Ministerin Schavan beim Nobelpreisträgertreffen in Lindau
Foto: BMBF

Die Bundesforschungsministerin Annette Schavan fasst das Credo der Begegnung pointiert zusammen: "Wir wollen ernsthafte Gespräche führen, arbeiten - aber auch die Landschaft genießen. Schließlich besuchen wir heute einige der schönsten Regionen Deutschland." Nachdem die Ministerin zwei Wochen zuvor in China weilte, stand nun im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/2010 der Gegenbesuch an. Eine chinesische Delegation mit dem Minister für Wissenschaft und Technologie, Wan Gang, an der Spitze besuchte Freiburg, Überlingen und Lindau.

Annette Schavan und Wan Gang planen, die Zusammenarbeit der Universitäten beider Länder in den nächsten Jahren auszubauen und gemeinsam konkrete Projekte auf den Weg zu bringen. Daher führte der erste Weg zur Technischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Hier wurden die Gäste von einem Roboter begrüßt und erkundeten die Flugtechnik des Quadrotors - ein Fluggerät, das mit Messinstrumenten seine Umgebung scannt. Anschließend ging es zu Fuß in das nahe gelegene Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme. Insbesondere das Thema Elektromobilität weckte das Interesse des chinesischen Forschungsministers, in China sind bereits einige Elektro-Busse im Stadtverkehr unterwegs.

25 exzellente chinesische Doktoranden begleiteten Ministerdelegation

Die beiden Minister zu Gast in Freiburg
Foto: BMBF

Am Nachmittag erreichte die Delegation mit 25 exzellenten chinesischen Doktoranten Überlingen am Bodensee. Die Nachwuchswissenschaftler wurden aus 140 Kandidaten von 26 Exzellenzhochschulen und 12 Instituten der Chinese Academy of Sciences (CAS) durch das Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) in Beijing ausgewählt. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Sabine Becker trugen sich Annette Schavan und Wan Gang in das goldene Buch der Stadt ein. Der Tag endete mit einer Bootsfahrt auf dem Bodensee, an der auch der Indische Forschungsminister Kapil Sibal teilnahm. Zusammen mit zahlreichen hochrangigen Teilnehmern und ausgewählten Studenten geschah das, was die Bundesbildungs- und Forschungsministerin voraussagte: Auf der MS Lindau wurden viele interessante Gespräche über nationale Grenzen hinweg geführt. Deutsche und chinesische Teilnehmer waren sich einig: Die Wissenschaft ist ein wahrer Brückenbauer.

Schavan fordert in Lindau Vorrang für Bildung und Forschung

Minister Wan Gang mit Nachwuchswissenschaftlern
Foto: BMBF

Der zweite Tag der Reise stand ganz im Zeichen des 59. Nobelpreisträgertreffens in Lindau. Am Bodensee kamen 23 Nobelpreisträger der Disziplinen Chemie, Medizin und Physik zusammen und diskutierten mit 580 hochbegabten Studierenden, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern aus 67 Nationen. In ihrer Ansprache betonte Schavan: "Zeiten der Krise sind Zeiten der Erneuerung. Bildung, Wissenschaft und Forschung haben Vorrang in den Budgets unserer Länder und der EU. Unsere Investition von 18 Milliarden Euro in den kommenden Jahren ist ein wichtiges Signal gewesen. Wir stellen den Willen zur Erneuerung immer weiter in den Dienst der Nachhaltigkeit und wollen grüne Technologien besonders fördern. Letztlich muss im Vordergrund stehen, Entwicklungen zu forcieren, die verträglich sind für das Leben künftiger Generationen." Nach der Nobelpreisträgertagung reisten die chinesischen Doktoranden zu verschiedenen deutschen Forschungseinrichtungen und konnten sich für ein 6-monatiges Forschungsstipendium in Deutschland bewerben.
















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