Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen Deutschland - China

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich mit großer Dynamik. Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner, China wichtigster Exportmarkt Deutschlands in Asien (dt. Exporte 2007: 29,9 Mrd. Euro). Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2007 auf rund 84,6 Mrd. €. Es besteht ein Handelsbilanzdefizit zu Lasten Deutschlands, (Saldo: - 24,8 Mrd. €), im ersten Halbjahr 2008 sind allerdings die deutschen Exporte nach China mit + 20,6 % stärker gestiegen als die Importe aus China (+ 6,5 %). Mittlerweile ist der chinesische Markt in einzelnen Sektoren z. B. Maschinenbau, Automobileinzelteile, Chemie für deutsche Unternehmen von zentraler Bedeutung. Deutschland war im Jahr 2007 mit knapp 750 Mio. US$ - nach Großbritannien - größter europäischer Investor in China. Rund 2.500 dt. Unternehmen sind in China mit Investitionen vertreten.

Angesichts der Wachstumsdynamik des chinesischen Marktes bestehen auch in Zukunft große Chancen für deutsche Unternehmen in China. Neben den klassischen Exportindustrien wird China in den nächsten Jahren hohen Investitionsbedarf im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, der Energieerzeugung, der Bergbausicherheit, der Umweltschutztechnik und der Gesundheitswirtschaft haben. Deutsche Unternehmen bringen beste Voraussetzungen mit, um die Modernisierung der chinesischen Volkswirtschaft mit Produkten, Verfahren und Know-how zu unterstützen.

Mit hohen Zuwachsraten steigt die Zahl kaufkräftiger Konsumenten in China. Heute gehören 200 Mio. Menschen in China der Mittelschicht an, man rechnet mit rund 680 Mio. Menschen bis zum Jahr 2020. Mit dem steigenden Handelsvolumen hat auch das Handelsbilanzdefizit Deutschlands mit China zugenommen. Das hat einerseits Vorteile, denn deutsche Verbraucher profitieren von preisgünstigen Waren. Andererseits zeigen die zunehmenden Einfuhren auch den Importdruck auf deutsche Produzenten.

Eine besondere Herausforderung für deutsche Unternehmen in China sind Fragen des Schutzes geistigen Eigentums. Die chinesische Regierung hat mittlerweile eine Rechtslage geschaffen, die mit Gesetzen und Rechtsvorschriften internationalen Standards nahe kommt. Die Umsetzung lässt noch Raum für Entwicklung, jedoch wächst die Bedeutung des Urheberrechts für China mit zunehmender Forschungs- und Entwicklungstätigkeit.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu China sind zum Vorteil beider Seiten. Im Jahr 2006 haben chinesische Unternehmen 303 Mio. Euro in Deutschland investiert. Angesichts hoher Devisenreserven wird China in den kommenden Jahren ein zunehmend wichtigerer internationaler Investor werden. (Quelle: http://www.BMWi.de)