Forschungs- & Bildungskooperation

Deutschland und China schlossen bereits 1978 ein Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) und haben in den letzten Jahren auch die Bildungszusammenarbeit stark ausgebaut. Mit dem Deutsch-Chinesischen Jahr 2009/10 wird die erfolgreiche Kooperation weiter gestärkt.

Wissenschaft und Technologie

Nach Unterzeichnung des WTZ-Abkommens am 09. Oktober 1978 konzentrierte sich die beginnende Kooperation der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre zunächst auf Kontakte und Besuche einzelner Wissenschaftler. Daran schloss sich eine zweite Phase der projektorientierten Zusammenarbeit an. Zwar bildet die Projektzusammenarbeit auch heute noch einen wichtigen Teil der WTZ mit China, aber seit einigen Jahren zeichnet sich eine Tendenz in Richtung institutioneller Kooperationen ab, zu der auch die Gründung gemeinsamer Institute gehört. Beispielsweise wurden im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie mit Unterstützung des BMBF in Beijing und Berlin gemeinsame deutsch-chinesische Forschungsinstitute unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. In den letzten Jahren wurde vermehrt auf die Beteiligung von industriellen Partnern an den Kooperationsprojekten Wert gelegt.

Gemeinsame Regierungskommission koordiniert Zusammenarbeit

Die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in Bildung und Forschung wird durch in ein- bis zweijährigen Abständen tagende gemeinsame Regierungskommissionen koordiniert. Im Bereich der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit sind dies die Gemeinsame WTZ-Kommission sowie Gemeinsame Lenkungsausschüsse in folgenden fachlichen Bereichen:   

  • Biotechnologie V.l.n.r.: Vize-Min. Chen Xiaoya, Min. Dr. Wan Gang, Min. Dr. Annette Schavan, Prof. Dr. Dieter Lenzen, PStS. Andreas Storm
    Quelle: BMBF
  • Geowissenschaften 
  • Informationstechnologie, Mikrosystemtechnik
  • Kulturgüterschutz
  • Laser- und optische Technologien
  • Materialforschung, Nanotechnologie
  • Meeresforschung
  • Umwelttechnologie und Ökologie
  • Produktionsforschung

Darüber hinaus werden auch Maßnahmen in anderen naturwissenschaftlichen Bereichen gefördert, zum Beispiel Gesundheitsforschung, Biodiversitätsforschung, Ingenieurwissenschaften oder physikalische und chemische Technologien, sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Bildung

Auf dem Gebiet der Bildungspolitik bestand die Kooperation lange Zeit mehr auf der Ebene bilateraler Kontakte, konnte seit April 2003 aber sehr stark intensiviert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Ministerium für Bildung der Volksrepublik China vereinbarten regelmäßige Konsultationen im Rahmen eines hochschulpolitischen Strategiegesprächs „Perspektiven der Hochschulbildung“. Ziel dieses bildungspolitischen Strategiedialogs ist es, anhand eines Systemvergleichs zwischen beiden Ländern Themen und Projekte für die Zusammenarbeit zu identifizieren. Diese in ein- bis zweijährigen Abständen tagende gemeinsame Regierungskommission beschäftigte sich bisher mit den Themen:

  • Lernkultur und Bildungstradition
  • Entwicklung von Bildungsstandards
  • Wirtschaftliche Globalisierung und Hochschulkooperation

Die Hochschulrektorenkonferenz regte im Verlauf dieses Prozesses an, Empfehlungen für die Entwicklung gemeinsamer Studienprogramme auszusprechen.

Erklärung über die Zusammenarbeit im Wissenschafts- und Bildungsjahr

Bei der Auftaktveranstaltung des Deutsch-Chinesischen Jahrs am 30. März 2009 unterzeichneten Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr chinesischer Amtskollege Wan Gang sowie die chinesische Bildungsvizeministerin Chen Xiaoya zwei Memoranda über die Zusammenarbeit im Wissenschafts- und Bildungsjahr. Darin erklären sie, dass die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung in den kommenden Jahren weiter intensiviert werden soll. Ein entscheidender Schritt ist die verstärkte Kooperation im Deutsch-Chinesischen Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010.

Quellen:

Memorandum of Understanding mit dem Chin. Bildungsministerium
Memorandum of Understanding mit dem Chin. Ministerium für Wissenschaft und Technologie

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