Forschungs- & Bildungslandschaft

Deutschland und China sind wichtige Forschernationen, beide Länder verfügen über ein differenziertes Forschungs- und Bildungssystem. Wissenschaftler und Studierende werden von verschiedenen Förderorganisationen und von den zuständigen Ministerien unterstützt.

Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Land der Ideen. Bildung und Wissenschaft, Forschung und Entwicklung kommen zentrale Bedeutung zu. Die deutsche Bundesregierung investierte zusammen mit den Landesregierungen 2007 mehr als 18 Milliarden € in Forschung und Entwicklung. Deutschland ist eines der beliebtesten Studienländer, Ort internationaler Spitzenforschung und Patententwicklung. Eine hochwertige Infrastruktur, die Ausstattung der Forschungsstätten sowie gut ausgebildetes Personal – das sind die großen Pluspunkte am Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland. Auch die enge Verzahnung mit europäischen und weltweiten Partnern und ein allgemein steigendes Niveau der Internationalisierung zeichnet die Bundesrepublik aus. Eine besondere Rolle kommt dem sehr differenzierten Wissenschafts- und Bildungssystem zu. Es gibt 383 Hochschulen von denen circa 40 in der Forschung besonders aktiv sind. Darüber hinaus sind vier leistungsfähige Wissenschaftsorganisationen tätig: die Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft und weitere staatliche und private Forschungsstätten.

Deutschland fördert Forschung

Deutsche Unternehmen zählen zu den innovativsten in Europa. Der Anteil der Industrie-Investitionen in Forschung und Entwicklung ist mit 66 Prozent besonders hoch. Die Umweltforschung ist nur ein Beispiel für gelungenen Technologietransfer – was wachsende Märkte wie Photovoltaik und Windkraft belegen. Eine Vielzahl von Organisationen unterstützt Wissenschaftler durch Projektmittel, Stipendien und Preise. Neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sind die wichtigsten Förderer die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die zusammen mit der Chinese Academy of Sciences das Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) in Beijing unterhält, die Alexander von Humboldt Stiftung (AvH) und der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD).

Quellen:

Tatsachen über Deutschland, Research in Germany, Jahreswirtschaftsbericht BMWi

China

Die Volksrepublik China gehört heute zu den wichtigsten Forschernationen der Erde. Seit 2000 liegt die Anzahl chinesischer Forscher hinter den USA an zweiter Stelle. Weitere Indikatoren für die größer werdende Leistungsfähigkeit Chinas auf dem Gebiet der Forschung sind sich in kurzen Zyklen verdoppelnde Publikationen und Patentanmeldungen sowie steigende FuE-Ausgaben. China hat im Jahr 2007 rund 35 Milliarden Euro, das sind circa 23% mehr als im Jahr 2006, in die Forschung und Entwicklung investiert. Davon entfielen circa 170 Mio Euro auf den zentralen Haushalt für Wissenschaft und Technik. Chinesische Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen haben in vielen Bereichen zum Niveau westlicher Industrieländer aufgeschlossen, insbesondere in der Chemie, Physik, Mathematik und der Nanotechnologie. Die wichtigsten Forschungsorganisationen sind die Chinese Academy of Sciences (CAS), die Chinese Academy of Social Sciences sowie die Hochschulen.

Das chinesische Hochschulsystem wurde seit dem Jahr 2000 stark ausgebaut. Zurzeit gibt es in China 1924 allgemeinbildende Hochschulen. Neben Bildungsinstitutionen für höhere Berufsbildung und Junior-Colleges, bieten 755 Einrichtungen Bachelor- und weiterführende Studienangebote an. Davon sind etwa 100 Eliteuniversitäten. Während sich der Zuwachs an neuen Studenten im Jahr 2008 verlangsamt hat, setzt die chinesische Regierung jetzt verstärkt auf eine weitere Verbesserung der Qualität der Ausbildung.

Chinesische Förderorganisationen

Insgesamt ist eine zunehmende Autonomieerweiterung in den chinesischen Forschungseinrichtungen zu beobachten. Vor allem Hochschulen und Forschungsinstitute haben im Laufe der letzten Jahre erweiterte Entscheidungsfreiheiten erhalten, zum Beispiel in den Bereichen Budgetverteilung, Personalauswahl und Forschungsscherpunkte. Seit 1999 werden viele staatliche Forschungseinrichtungen in selbständige Unternehmen umgewandelt. Ziel ist es, technologische Innovationen zu stärken und die industrielle Anwendung der Forschungsergebnisse zu fördern. Diverse, vor allem ökonomische Leistungsanreize für Institute und Wissenschaftler unterstützen diese Politik. Bedeutende Förderorganisationen sind das Ministry of Science and Technology (MoST), das Ministry of Education (MoE) sowie die National Natural Science Foundation of China (NSFC). Nachgeordnete Fördereinrichtungen des MoST wie der Innovation Fund for Small Technology-Based Firms, das China National Center for Biotechnological Development (CNCBD) und das High Technology Research and Development Center (HTRDC) sind für die Umsetzung von Programmen verantwortlich. Die jeweiligen Fachministerien verfügen ebenso über Forschungsmittel, die spezifisch eingesetzt werden. Das Research Center of the State Council ist für die strategische Forschung verantwortlich.

Quellen:

Kooperation International, DAAD-Länderbericht: China