Forschungs- & Bildungspolitik

Innovationen sind der Schlüssel, um Wachstum und Wohlstand in der Zukunft zu sichern und um globale Herausforderungen zu meistern. Dies sind wichtige Grundlagen der deutschen und der chinesischen Forschungs- und Bildungspolitik.

Deutschland

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat die Hightech-Strategie ins Leben gerufen, um Deutschlands Position als eine der forschungs- und innovationsfreudigsten Nationen der Welt auch in Zukunft zu sichern. Zur Stärkung der Innovationskraft stellt die deutsche Regierung bis 2009 insgesamt rund 15 Milliarden Euro für Spitzentechnologien und technologieübergreifende Querschnittsmaßnahmen bereit. Damit trägt die Regierung maßgeblich dazu bei, den Anteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt bis 2010 auf drei Prozent zu steigern; entsprechend dem Lissabon-Ziel der Europäischen Union. Gleichzeitig wird die universitäre Spitzenforschung in Zukunftsthemen an ausgewählten Hochschulen mit der Exzellenzinitiative weiter ausgebaut.

Das Ziel der Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung aus dem Jahr 2008 ist es, die internationale Forschungszusammenarbeit zu stärken und neue Innovationspotenziale zu erschließen. Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie wirbt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Kampagne "Research in Germany - Land of Ideas" für den Forschungsstandort Deutschland. Die Kampagne strebt die verstärkte Vernetzung von deutschen Forschungseinrichtungen mit internationalen strategischen Partnern an und will exzellente Wissenschaftler für Projekte in Deutschland begeistern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung kooperiert mit den Bundesländern

In der föderalen Demokratie Deutschland kooperieren Bund und Länder in Forschungs- und Bildungsfragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist unter anderem verantwortlich für die Rechtssetzung in der außerschulischen beruflichen Bildung und Weiterbildung, die Forschungs- und Ausbildungsförderung, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, ausgewählte wichtige Forschungsbereiche und den internationalen Austausch. Die Bildungs- und Hochschulpolitik liegt in der Kompetenz der Bundesländer.

Quellen:

Hightech-Strategie, Research in Germany, BMBF

China

Auf dem Weg von der „globalen Werkbank“ zur Innovationsgesellschaft hat die Volksrepublik China ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren von 0,7 auf 1,4 Prozent (2006) des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Die im Februar 2006 verkündete Innovationsstrategie bis 2020 hat zum Ziel, die Entwicklung der Wissenschaft und Technologie vor allem unter dem Aspekt der Steigerung der Innovationsfähigkeit Chinas voranzutreiben. Zugleich soll die Abhängigkeit von ausländischer Technologie stark reduziert werden. Nachhaltigkeit und die Bedeutung der Grundlagenforschung werden nun besonders betont. Der Ausbau des Forschungspotenzials in China wird kontinuierlich vorangetrieben - insbesondere mittels stark steigender Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE). Der FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt soll im Jahr 2010 2,0 Prozent und im Jahr 2020 2,5 Prozent erreichen. Auch das chinesische Hochschulsystems wird stark ausgebaut, verbunden mit dem Aufbau von Eliteuniversitäten.
Forschung und Entwicklung in China werden zunehmend nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten reformiert, davon weitgehend ausgenommen sind Einrichtungen der Grundlagenforschung. Der Schwerpunkt liegt dabei bis heute auf der Industrialisierung und Kommerzialisierung von Technologien. Fokussierten die ersten Reformen ab 1978 noch auf dem Wiederaufbau der Forschungslandschaft nach der Kulturrevolution, so wird seit dem siebten Fünfjahresplan (1985-1991) eine Vernetzung der FuE-Einrichtungen mit wirtschaftlichen Unternehmen durchgeführt. Ziel ist es, Forschungseinrichtungen in die "Marktwirtschaft sozialistischer Prägung" zu integrieren und sie wettbewerbsfähig zu machen.

Der Staatsrat koordiniert die Forschungs- und Bildungspolitik

In China unterstehen die für Forschung, Entwicklung und Bildung zuständigen Ministerien und Akademien direkt dem Staatsrat. Innerhalb des Staatsrats entscheidet die Kommission für Forschung, Technologie und Erziehung über die nationalen Strategien und Forschungsprogramme und koordiniert die Forschungspolitik der Ministerien und regionalen Regierungen. Entsprechend den Richtlinien der Kommission formuliert das Ministry of Science and Technology (MoST) seinerseits Richtlinien, Strategien und Bestimmungen zur Umsetzung der nationalen Politik. Das Ministry of Education (MoE) ist neben der allgemeinen Bildung insbesondere für die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses verantwortlich.  Einen detaillierten Überblick zur chinesischen Forschungs- und Bildungspolitik finden Sie hier.

Quellen:

Kooperation International